Fotografie, australische Landschaft und die richtige Art des Lebens!

Geschrieben am Mai 8th, 2011 von André in Allgemein

Ich habe gerade ein wirklich beeindruckendes Video auf Lens-Flare gesehen. Augenscheinlich wird dort erklärt, wie Denis Smith zur „Lichtball“-Fotografie kam. Doch wenn man sich das Video anschaut wird schnell klar, dass es dort um soviel mehr geht. Denis erklärt in dem sehr bewegendem Portrait, wie er beinahe Job & Familie verlor, doch dann durch die Fotografie neue Hoffnung gewann und letztlich  sogar etwas Einzigartiges fand, dass es ihm heute ermöglicht nach seinen ganz eigenen Regeln zu Leben.

Das Video ist ein Blick in die Seele und die tiefsten Empfindungen von Denis Smith, aber es zeigt auch sehr schön, warum so viele Menschen sich in die australische Landschaft verlieben. Denis hat sich in Südaustralien niedergelassen und erlebt dort die Natur in ihren verschiedensten und aufregendsten Farbschlägen. Doch auch die typische „australische Lebensweise“ wird thematisiert:
War er früher durch Job stark eingebunden und unglücklich, brachte ihm der Umzug nach Australien hier Veränderung. Es geht nicht ums Überleben, sondern darum das Leben zu genießen. Und genau diese Erfahrung habe ich während meiner Reise auch gemacht. Die Australier scheinen es wie kein anderes „Volk“ zu verstehen einfach den Moment zu leben, den Tag zu genießen.

Doch nun genug, schau unbedingt das folgende Video an. Es wird dich bewegen.

Fraser Island – Highways, Straßen und ein paar Fakten

Geschrieben am Dezember 3rd, 2009 von André in Reise

Bevor ich nun mit meinen Erlebnissen von meinem zweiten Tag beginne, möchte ich euch erst einmal ein bißchen mehr über Fraser Island erzählen, denn diese „große Insel“ ist wie keine andere auf der Welt und in ihrer Art einzigartig. Wohl deswegen gehört die Insel heute zum UN Weltkulturerbe.

Fraser Island selbst besteht ausschliesslich aus Sand, feinstem Sand. Zwar gibt es auf Fraser auch Berge und Steine, diese sind jedoch durch die Mischung vom Sand mit anderen Stoffen, etwa Eisen, zustande gekommen. Deswegen sind die „Steine“ hier auch nicht wirklich massiv – viele können relativ schnell brechen oder splittern. Es gibt aber auch deutlich festere Formationen, etwa Indian Head.

Der Sand ist jedoch auch für die schwierigen Verhältnisse auf Fraser verantwortlich. In diesem Jahr gab es eine ungewöhnlich lange Trockenzeit. Bereits seit Juli hat es nicht mehr geregnet, einzig ein kleines Gewitter auf einem Teil der Insel brachte zwei Zoll Regen. Seit ein paar Monaten jedoch wird Regen erwartet, denn die „Wet Season“ – also die Regenzeit – hat bereits begonnen.

Durch die anhaltende Dürre sind viele Straßen auf Fraser in einem sehr schlechtem Zustand. Wenn ich hier von Straßen spreche, dann sind dies immer Wege, die von Förstern von Baumwuchs befreit wurden. Man fährt auf Sand durch, teilweise sehr tiefe, Löcher und Dünen. Eine befestigte oder ebene Straße findet man hier nur selten – abgesehen von den Highways. Der ausbleibende Regen hat den Boden nun besonders sandig und fein gemacht, sodass Autos ohne Vierradantrieb gar keine Chance mehr haben und selbst die mit einem solchen oft noch stecken bleiben. Wir durften während unserer drei Tage mehrfach andere Autos aus dem Sand schieben.

Die Highways auf Fraser sind dann schon deutlich angenehmer. Highway ist auf Fraser grundsätzlich der Strand, vorzugsweise der 60 Kilometer lange Strand an der Ostküste. Dieser ist relativ fest und wird durch die Gezeiten regelmäßig wieder befestigt und geebnet. Man sollte hier allerdings nicht zu leichtfertig sein, denn immer wieder gibt es Auswaschungen von Flüssen bzw. kleineren Bächen, die teilweise enorme Höhenunterschiede hinterlassen. Dazu kommt die normale Unebenheit durch die Wellenbewegung, wodurch natürlich auch noch kleinere Erhöhungen entstehen. Offiziell darf man am Strand bis zu 80 km/h fahren, während im Landesinneren offiziell 30 km/h erlaubt sind.

Im Landesinneren muss man jedoch oft die Geschwindigkeit anpassen – bei langen, extrem weichen Stellen heißt es viel Schung holen und dann hoffen, dass man weit genug rollt/kommt um den zu weichen Sand hinter sich zu lassen. Andersrum heißt es bei sehr tiefen Löchern und unebenen Straßen natürlich auch wieder vorsichtig zu sein. Fährt man hier zu schnell besteht auch schnell die Gefahr eines umgestürzten Autos oder gar eines Achsenbruchs.

Das Fahren in solch einer Umgebung erfordert viel Erfahrung und noch mehr Aufmerksamkeit – umso froher waren wir alle, dass wir einen der erfahrendsten Fahrer auf Fraser hatten. Mit immerhin 18 Jahren auf Fraser Island gehört Dave absolut zu den „alten Hasen“ und meistert jede Situation mit einem Lächeln. Lediglich ein einziges Mal hörten wir ihn enorm fluchen. Dies war nicht etwa wegen miserabler Straßenzustände, sondern weil ein Jeep mit Dachaufbau am Strand mit enormen 95 km/h raste. Während unser Bus dies durchaus meistern konnte, drohte dem Jeep durch jede Unebenheit ein Überrollunfall. Ein solcher endet in der Regel auf Fraser mit enormen Verletztungen und oft auch Toten. Immerhin ist das nächste Krankenhaus – ja sogar die nächste Ambulanz – einige Minuten Flugzeit entfernt.

Ob da noch etwas passierte, wissen wir nicht, da wir bei der nächsten „Attraktion“ anhielten um diesen Wahnsinnigen zu entkommen.

A „Wind of Change“

Geschrieben am November 10th, 2009 von André in Leben, Reise, Vorbereitung

Ja, ein Wind der Veränderung kommt auf. Ich habe heute (Montag) Abend mit „Wicked Travel“, einer Agentur speziell für Rucksacktouristen, meine Reise gebucht. Ein genauer Plan kommt noch, denn genau das ist das schöne an der Buchung:

Ich bin vollkommen frei!

Ich bekomme von der Agentur einen 6-Wochen-Pass für die Greyhound Busse zwischen Sydney und Cairns. Vom ersten Wertungstag des Passes an kann ich genau sechs Wochen lang beliebig die Busse nutzen und jederzeit bei den Bussen auf- oder abspringen. Ich kann also nach Belieben ein paar Tage in Brisbane einlegen, dann weiter nach Byron Bay und dann vielleicht direkt nach Cairns. Wie ich vorgehe, bleibt mir überlassen.

Irgendwann sollte ich jedoch meine drei Ziele ansteuern, denn ich habe auch drei Touren gebucht. Zum einen werde ich eine geführte Tour durch Fraser Island (in Aboriginal: K’Gari oder Thoorgine) machen, insgesamt drei Tage lang. Dort werde ich wohl vor allem ältere Reisende um mich haben, da die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Regel eine der „selbst organisierten“ Touren machen. Das selbst organisiert darf man hier nicht so streng und auch nicht zu frei nehmen. Letztlich wird man mit neun anderen in einen Jeep gesteckt und darf dann frei auf Fraser Island die verschiedenen Touristenziele anfahren. Für mich kam dies nicht in Frage, da hier zum einen Zelten angesagt ist, zum anderen aber auch der Konflikt mit anderen Jugendlichen aussteht (und meine Interessen der Fotografie da doch meist sehr im Kontrast so den Fun-orientierten Backpackern stehen).
Ich habe hier viel drüber grübeln müssen, bin also umso mehr gespannt, wie es wird.

Am Ziel in Cairns warten dann gleich zwei Touren auf mich. Zum einen gibt es dort einen Nationalpark, bei dem der tropische Regenwald auf das Barrier Reef trifft – also gleich zwei Naturwunder auf einmal. Das ist dann wohl auch der nördlichste Punkt meiner Reise, ganz oben bei Port Douglas.

Von Cairns aus werde ich aber auch meinen aufregendsten Ausflug starten. Ich freue mich da schon sau lange drauf, und in wenigen Wochen werde ich es endlich machen – tauchen im Great Barrier Reef. Ich werde dort einen kurzen Einführungstauchgang machen und kann dann nach belieben noch ein oder zwei weitere Einlegen (die kosten dann kaum was extra) oder auch nur Schnorcheln (kostenlos). Was mich dort erwartet – na, schauen wir mal.

Die kommenden Wochen werden auf jeden Fall interessant und spannend werden und ich werde sicherlich viele Geschichten und noch mehr Fotos mitbringen.

Willkommen im Paradies?

Geschrieben am November 8th, 2009 von André in Leben, Reise

Wie stellt man sich das Paradies vor? Dieser, stark von westlichen Religionen geprägte Begriff, wird ja in der Regel mit einem unglaublich schönem Ort oder auch einer Zeit verbunden. Ich frage mich, seitdem ich in Australien angekommen bin, ob ich mein ganz persönliches Paradies hier gefunden habe.

Am gestrigen Samstag habe ich mal wieder eine spontane Entscheidung getroffen und bin kurzerhand mit der Fähre über die Sydney Bucht rüber nach Manly gefahren. Die Überfahrt empfand ich als sehr angenehm, andere haben sich aber fix ins innere der Fähre verkrochen, als ein wenig Wasser über den Bug spritze. Nach nur 30 Minuten kam ich in Manly an. Dort erwartete mich eine kleine Überraschung:

Manly Surfing Festvial

Bereits seit dem 5. November fand in Manly ein Surf Festival statt. Neben den weltbesten Surfern (natürlich fast nur Australier 😉 ) gab es auch Live Music, Surferfilme unter freiem Himmel, Beachvolleyball Meisterschaften und vieles mehr.
Leider war ich ein bisschen zu spät dran um noch die Champignons beim Surfern zu bestaunen: Diese begannen bereits am frühen Morgen, etwa um 10 Uhr, mit ihren Wettkämpfen. Ich entschied mich eher spät und war erst um etwa 16 Uhr am Anleger in Manly. Trotzdem gab es noch einige Surfer und auch noch zwei Livebands zu bestaunen.

Manly selbst ist eine kleine Halbinsel (oder sowas in der Art) in der Bucht von Sydney, auf der einen Seite die Stadt und auf der anderen Seite der Ozean. Manly ist zudem sehr dünn, mit gemütlichem Gehen sollte man vom Anleger zum Ozeanstrand in nicht mehr als 15 Minuten kommen (ich habe ca. 5-8 gebraucht).
Manly ist international vor allem für seinen langen Strände mit sehr gleichmäßigen Wellen bekannt und besonders bei Surfern auch beliebt. Daneben ist Manly aber deutlich mehr mit einer typischen Europäischen Stadt vergleichbar – viele Jugendliche spielen in der City, kleinere und ein paar größere Shops in der Einkaufsmeile und dazu die typische, australische Gelassenheit – man spührt dies in den Straßen.

Als ich so durch Manly geschlendert bin, kam mir wieder einmal der Gedanke – das Paradies. Nun mag ich diesen Begriff nicht wirklich, da er stark vorbelastet ist, und trotzdem. Ich bin glücklich hier. Einfach einmal an den Strand gehen, etwas schlendern oder (bald) surfen. Im Gegensatz zu den Deutschen sind die Australier fast immer relaxt und ‚laid back‘. Das merkt man generell und es macht das Leben deutlich angenehmer und einfacher. Daneben hat Sydney aber auch eine unglaublich schöne Umgebung, viele verschiedene Stadtteile mit ganz eigenem Flair und einer ganz eigenen Kultur. In Manly geht es ruhig zu, im CBD geht 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche eine einzige, riesen Party ab und es gibt viel zu erleben (Tourismus halt). In den „Outer Suburbs“ geht es dann richtig Kleinstadtähnlich zu. Diese Stadt hat zo viel, egal welche Stimmung oder welcher Wunsch – man findet hier immer etwas.

Ich liebe diese Art zu leben und es stimmt mich traurig, wenn ich daran denke, dass ich nur noch exakt neun Wochen in diesem, meinem Paradies habe. Ich mag schon jetzt nicht daran denken, Abschied v0n meinen neuen Freunden zu nehmen – und diese machen es mir auch nicht grade leichter. Allerdings werde ich vorher erst einmal ein oder zwei kleinere Reisen durch Australien unternehmen. Dazu jedoch ein andermal mehr.

Zum Schluss noch ein Zitat von/über Manly, welches diesen Vorort Sydneys perfekt beschreibt. Fotos kommen irgendwann… wenn ich wieder Fotos bearbeiten kann.

Seven Miles from Sydney, but a Thousand Miles from Care

Mac, Melbourne und die 39

Geschrieben am November 3rd, 2009 von André in Leben

So, ich melde mich wieder zurück. In den vergangenen Wochen habe ich fast meine komplette Zeit in die verschiedenen Abschlußarbeiten gesteckt und hatte daher keine Zeit hier etwas zu schreiben – Sorry.

Ab nun geht es wieder weiter hier, viel ist passiert und noch viel mehr gibt es zu berichten.

Gestern habe ich mir eine neue Festplatte besorgt, da meine alte 1TB Platte inzwischen voll ist und ich bereits über 60GB an Foto-Rohdaten angesammelt hatte. Also musste ich in den sauren Apfel beißen und mir hier etwas teurer eine Platte kaufen. Nun dachte ich, ich könnte vielleicht endlich mal an meinen Fotos und Filmchen weiter arbeiten. Also Platte eingesteckt und in der Uni an den G4 geklemmt… ja Pustekuchen. Die Dinger haben leider nur offizielle Treiber, was bedeutet, dass die von NTFS nur lesen können und ich somit nicht wirklich damit arbeiten kann. Also muss ich weiterhin mit meinem USB Stick jonglieren und der Tange-Film muss weiter warten (hier gibt es einige Dateien mit mehr als 4GB).
Tja, dumm, aber kann ich nun nicht ändern… der Film wird wohl erst Anfang 2010 weiter bearbeitet werden.

In anderen Nachrichten… heute began der „Melbourne Cup“. Zwar findet dieser in Melbourne und nicht Sydney statt, trotzdem ist die Stadt durchgeknallt. An allen Ecken sieht man Frauen mit verrückten Hüten und ausgefallenen Kleidern. Viele Unternehmen haben früh Feierabend gemacht und sind mit ihren Mitarbeitern in die vielen Pubs gegangen, die Live Übertragungen anbieten. Aber auch auf der Straße kann man sich dem nicht entziehen. Viele Australier trugen heute mobile Radios oder TV Geräte mit sich rum, und drehten diese natürlich auch voll auf, sodass keiner auch nur eine Sekunde verpasst 😉
Die Aussies sind schon verrückt.

Ja… aber zumindest der Sommer ist angekommen. Heute hatten wir hier zwischen 37 und 39 Grad (im Schatten, klar). Wer nun denkt, dass man da ja gar nicht mehr raus kann, täuscht: Die Hitze ist erträglich und dank eines starken Windes sogar sehr angenehm. Ich freue mich auf den Sommer, auch wenn ich sicher dauernd durchgeschwitzt sein werde.

Ich bin aktuell am überlegen, wie ich die kommenden Wochen verbringe:
In Sydney bleiben? Oder lieber auf Reisen gehen, Rucksacktour queer durch den Kontinent?