Kurzfilm aus Brisbane: To Claire; From Sonny

Geschrieben am Dezember 2nd, 2010 von André in Video
http://www.youtube.com/watch?v=8rKW-VRFczA

Mal wieder ein Beispiel für die unglaubliche Vielfalt der australischen Künstler. Bisher hatte der kleine Film knapp eine halbe Million Views, ich denke aber, dass sich das in den kommenden Wochen massiv ändern wird, denn der Film packt einen, reißt mit und bewegt. Und dabei wird noch eine wichtige Message transportiert:
Lass die kleinen Fehler des Alltags nicht dein Leben ruinieren.

Der Film wurde in Brisbane (Australia) gedreht und immer wieder kann man sehr schöne Aufnahmen dieser Stadt sehen. Während meines Trips entlang der Ostsee machte ich auch hier halt, hatte allerdings nur wenige Tage und konnte somit die Stadt kaum erkunden. Sicherlich etwas, das ich noch einmal nachholen werde.

Wie findet ihr diesen Film?

Drachen sollen fliegen, Taucher sollen schweben… auch in der Nacht

Geschrieben am Dezember 20th, 2009 von André in Reise

Unser zweiter Tag auf dem Great Barrier Reef sollte vor allem erst einmal früh losgehen. Ab 06:30 Uhr ging der Frühtauchgang los, unsere Lehrerin hatte uns aber bereits vorgewarnt und am Abend zuvor gebrieft, sodass wir um 05:50 Uhr geweckt wurden und um 06:00 Uhr als erste Gruppe ins Wasser gingen. Der frühe Vogel fängt den Wurm – wie es so schön heißt.

Nun ist ja auch bekannt, dass am frühen Morgen die Aufmerksamkeit und Konzentration ihren Höhepunkt hat, vor allem wenn man nicht einmal richtig wach werden durfte und durch das 28 Grad warme Wasser geweckt wird. Also ging es passend auch mit den anspruchsvollen Aufgaben los. Es hieß mal wieder die Maske zu reinigen, dieses Mal musste diese aber auch komplett abgenommen werden. Anschließend durfte jeder von uns noch einmal einen CESA (Controlled Emergency Swimming Ascent) absolvieren, dieses Mal jedoch ordentlich von sieben Metern bis zur Wasseroberfläche – kontrolliert und überwacht von Becks.

Nachdem dann jeder wieder an der Wasseroberfläche war, ging es noch ein wenig Schwimmen bevor wir dann zum Boot zurück kehren durften. Dort wartete bereits das duftende Frühstück auf uns und nach dem Morgensport waren wir alle natürlich besonders hungrig. Hash-Potatoes und leckerer Toast stellte dann unsere Mägen schnell zufrieden.

Die Fakten des Tauchganges:

  • Ort: Saxon Reef – Clipper
  • Tiefe: 16 Meter
  • Länge: 42 Minuten
  • Sichtweite: 30 Meter
  • End Druckgruppe: N

Nach dem Frühstück und einer angenehmen Pause ging es dann um Punkt neun Uhr wieder ins Wasser, natürlich wieder in einer neuen Umgebung. Wir alle waren wieder ein wenig aufgeregt, nicht wegen dem Tauchgang selbst, sondern wegen der einfach Ansage von Becks:

„Next time you see the daylight, you’ll be certified Open Water Divers“.
(dt.: Wenn ihr das nächste Mal das Tageslicht sehr, seid ihr zertifizierte Open Water Taucher)

Zum Glück gab es für diesen letzten Tauchgang kaum Skills zu bewältigen. Ratet mal, was als erstes anstand… klar: Maske abnehmen und reinigen. Ansonsten sollte dieser Tauchgang vor allem zur Gewöhnung an die Computer dienen und wir hatten die Aufgabe sowohl Tiefe wie auch Tauchlänge, Druckgruppe und Sicherheitszeit sowie natürlich unsere verbleibende Luft genau zu überwachen und bei festgelegten Grenzen (100bar Luft, 15 Meter Tiefe) entsprechend Becks zu benachrichtigen bzw. nicht weiter zu sinken.
Ansonsten war dieser Tauchgang relativ relaxt, wir sind ein wenig durchs Riff geschwommen und Becks zeigte uns einige Tiere und auch ein paar Korallen. Eine durften wir sogar anfassen – und diese fühlte sich irgendwie schleimig und trotzdem sehr fest an.

Die Fakten des Tauchganges:

  • Ort: Norman Reef – Caves
  • Tiefe: 15 Meter
  • Länge: 31 Minuten
  • Sichtweite: 25 Meter
  • Anfangs Druckgruppe: F
  • End Druckgruppe: S

Nachdem wir dann ein wenig geschwommen waren, kam unsere „Feier“ – standesgemäß unter Wasser. Becks ging reium und jeder sollte einmal ein wenig Jubeln und ihr „Hi5″s geben 😉 Später wurde sie deswegen von ihren Kollegen ein bisschen veräppelt („Hast du deinen Schülern etwa Hi5s gegeben?“). Danach machte Sie dann noch ein paar Fotos zur Erinnerung von der ganzen Gruppe und auch jedem einzelnen, bevor wir dann wieder aufstiegen und über Wasser noch einmal alle herlizlich jubelten und uns einander gratulierten.

Direkt nach dem Tauchgang ging es in den Speisesaal der OceanQuest wo Becks schliesslich die Formalitäten erledigte. Wir alle erhielten vorläufige Tauchausweise und machten ein paar Unterlagen für PADI fertig und mussten natürlich auch unsere Adresse für die richtigen Tauchausweise hinterlegen. Becks beeilte sich hier extra, damit wir auf jeden Fall den elf Uhr Tauchgang mitnehmen konnten.

Für diesen Tauchgang verabredete ich mich dann mit Adam als Tauchpartner (wie bereits bei den beiden vorherigen auch) und mit Julian und Rene als Tauchgruppe. Geplant war es Anfangs gegen die Strömung zu tauchen und dann später mit dieser wieder langsam zurück zu schwimmen und dann beim Boot aufzutauchen. So ganz klappte dies leider nicht. Zwar schwommen wir die ganze Zeit über gegen den Strom, trotzdem kamen wir nach dem Tauchgang etwa 200-300 Meter vom Boot entfernt hoch – bereits im Tauchgebiet eines zweiten Tauchbootes. Der Weg zurück (erneut gegen die Strömung) war dann auch entsprechend anstrengend.
Dafür konnten wir hier allerdings auch viel mehr vom Riff sehen und dieses eigenständig erkunden, was natürlich noch einmal etwas ganz anderes ist als mit einem Guide oder gar Lehrer zu tauchen.

Die Fakten des Tauchganges:

  • Ort: Norman Reef – Caves
  • Tiefe: 12 Meter
  • Länge: 27 Minuten
  • Sichtweite: 25 Meter
  • Anfangs Druckgruppe: D
  • End Druckgruppe: L

Nach unserem ersten, eigenständigem Tauchgang kamen wir vollkommen erschöpft, aber auch überglücklich an Bord der OceanQuest zurück. Dort wurden wir auch bereits erwartet, da man uns weit ab vom Boot auftauchen gesehen hatte. Nach der Anstrengung gab es dann erst einmal eine kleine Pause und ordentliches Mittagessen. Dabei gab es wieder eine Auswahl von verschiedenen vegetarischen und nicht-vegetarischen Mahlzeiten, darunter auch super leckerem Kartoffelbrei (nix Fertig-Packungsbrei) und viel Gemüse.
Die Pause nach den zwei Vormittagstauchgängen ist ja bekanntlich etwas länger, da wir sowohl einen Positionswechsel durchführten als auch der Transfer neuer Passagiere zur OcenQuest und alter zur ReefQuest anstand. Also hatten wir viel Zeit zum relaxen. Leider verließ mich hier auch schon mein Tauchpartner, Adam. Dieser hatte nur eine Nacht gebucht und musste folglich zurück aufs Festland. Beim Transfer konnten wir dann auch noch einmal unsere „Daytripper“ grüssen, die inzwischen auch mit dem Kurs fertig waren. Natürlich hatten die viel Spaß an Bord der OceanQuest verpasst, aber dafür durften Sie dann halt nachts im Hostel schlafen 😉

So kam es dann auch, dass ich meinen vierten Tauchgang an dem Tag in einer dreier Konstellation machte: Julian und Rene übernahmen beide die Rolle des Tauchpartners. Wie bereits beim vorherigen Tauchgang schwammen wir auch dieses Mal wieder gegen die Strömung raus aufs Riff. Der Tauchgang war jedoch schon deutlich entspannter, auch wenn Julian ab und an Mal verschwand weil irgendwo ein toller Fisch zu sehen war. Gegen Ende sahen wir dann noch einen Reefshark, also einen kleinen Riffhai, am Boden liegen.
Als wir dann auftauchten, durften wir feststellen, dass wir gar nicht mal weit weg vom Boot waren und zudem noch im Bereich der Strömung lagen – der Rückweg war dieses Mal also relativ kurz und sehr einfach, da wir die Strömung einfach die Arbeit erledigen lassen konnten.

Die Fakten des Tauchganges:

  • Ort: Norman Reef – Playground
  • Tiefe: 12 Meter
  • Länge: 19 Minuten
  • Sichtweite: 20 Meter
  • Anfangs Druckgruppe: B
  • End Druckgruppe: H

Nach dem Nachmittagstauchgang ging es dann einmal unter die Dusche und anschließend direkt zum Abendessen. Ich denke es ist unnötig erneut zu schreiben, dass das Essen genial war. Wir haben es alle sehr genossen, obwohl wir alle auch aufgeregt waren, denn bald stand unser letzter und aufregendster Tauchgang des Tages an. So kam es auch, dass ich nicht so viel von dem leckeren Essen zu mir nahm, wie ich vielleicht hätte tun sollen, aber ich wollte ungern mit vollem Magen abtauchen und dann womöglich Probleme bekommen.

Um Punkt sieben Uhr wurden dann alle Taucher auf das Sonnendeck gerufen und Becks schickte uns direkt in eine Ecke – wir seien ja ihre Schü-, ääähhh, Graduierten 😉
Alle anderen erhielten dann von ihr eine genaue Einweisung in den kommenden Tauchgang, die veränderten Verhältnisse sowie die Zuweisung zu Guides, falls gewünscht. Gerade zu später Stunde ist besondere Vorsicht im Wasser geboten, und so wurde auch dies noch einmal scherzhaft erwähnt.

Anschließend gab uns Becks eine (deutlich kürzere) Einweisung und wir gingen aufs Tauchdeck und zogen unsere Ausrüstung an. Als zusätzliches Ausrüstungsstück bekam jeder eine Taschenlampe (eine kleine kostenlos oder eine etwas größere für sechs Dollar). Und kurz darauf ging es los – ein Sprung ins dunkle Wasser. Als wir dann auf der Oberfläche schwammen, wirkte das Wasser tatsächlich sehr unheimlich, da man außer ein paar Fischen nichts sehen konnte. Sobald wir dann aber unter Wasser waren, wurde die Sicht besser, denn die OceanQuest produzierte unheimlich viel Licht.

Das Abtauchen war etwas merkwürdig, da man sich schnell sehr schwindelig fühlte und das Gefühl bekam, man würde sich unheimlich schnell im Kreis drehen. Als ich dann aber herunter schaute, sah ich den Riffboden, der sich nur sehr sehr langsam bewegte. Und das Gefühl verschwand.
Der Tauchgang selbst war dann sehr entspannend und ruhig – wir schwebten durch das Riff und die Fischschwärme langsam dahin. Wenn wir etwas weiter weg von der OceanQuest in Richtung Schlucht kamen, wurde es auch schnell sehr dunkel und das Licht unserer Taschenlampen wies uns den Weg. Kaum kamen wir wieder näher an unser Tauchboot, wurde es auch wieder heller. Was aber wohl das genialste war… wir haben unglaublich viele Haie gesehen. Diese zogen dort überall durchs Wasser, vor allem aber bei unserem Tauchboot. So haben wir wieder kleine Riffhaie gesehen, aber auch deutlich größere bis hin zu denen, die man aus den „weißer Hai“ Film kennt. Anders als die Medien einem aber immer glauben machen wollen, sind die Haie nicht aggressiv. Eher im Gegenteil – wenn wir mit unseren Taschenlampen einen der Haie ausmachten dauerte es in der Regel zwischen zwei und fünf Sekunden, bis dieser sich in Windeseile verzog. Obwohl wir also von Haien umzingelt waren, gab es immer nur wenige und nur sehr kurz welche zu sehen.

Die Fakten des Tauchganges:

  • Ort: Norman Reef – Playground
  • Tiefe: 14 Meter
  • Länge: 25 Minuten
  • Sichtweite: 20 Meter (je nach Lichtverhältnissen)
  • Anfangs Druckgruppe: A
  • End Druckgruppe: I

Als wir dann wieder auftauchten, waren wir alle überglücklich und keiner bereute es, diesen Tauchgang unternommen zu haben. Ich denke aber auch, dass viel hier mit unserem super Guide Rebecca zusammen hing, denn Sie hat uns gekonnt an die richtigen Stellen geführt und das ganze trotzdem sehr entspannt durchgeführt.

Nach dieser Aufregung gingen wir dann alle in die Bar der OcenQuest und hingen ein wenig rum, diskutierten und lachten. Zwischendurch gesellten sich noch andere Kollegen von Becks zu uns und so wurde unsere Gruppe langsam größer, bis irgendwann der Skipper vorbei kam und uns höflich daran erinnerte, dass hinter der Bar ja noch Quartiere wären und wir vielleicht unsere kleine Feier auf das Sonnendeck verlagern sollten. Dort saßen wir dann noch eine ganze Weile und redeteten über lustiges, interessantes oder auch nur Quatsch. Nach und nach ging dann einer nach dem anderen ins Bett und ich entschied mich noch ein wenig die Sterne am Bug zu beobachten. Seit dem Ende des Nachttauchganges war hier alles stockfinster, sodass man unglaublich viele Sterne beobachten konnte. Ich sah zudem noch drei Sternschnuppen (davon eine sehr helle) und ging dann nach einem langen aber auch wunderschönen Tag vollkommen erschöpft ins Bett.

Scuba Tauchen und Schnorcheln im Great Barrier Reef

Geschrieben am Dezember 12th, 2009 von André in Reise

Am Freitag war es endlich soweit und ich durfte früh am Morgen an Bord der Osprey V gehen. Das schnelle Boot brachte uns dann in etwa ein einhalb Stunden raus aufs Great Barrier Reef zu unserer ersten Position. Anfangs waren viele Seekrank, da das Boot sich zwar sehr schnell durchs Wasser bewegte, nicht jedoch stabil. In allen Ecken sah man Personen, die sich übergaben.

Zum Glück lies dies mit der Zeit nach und als wir dann unsere Vorbesprechung zur Scuba Einführung hatten, mussten nur noch zwei Personen den Raum vorzeitig verlassen. In den etwa 30 Minuten theoretischer Einführung wurden uns einige Handzeichen erklärt und kurz umrissen, wie der Tauchgang ablaufen würde. Dann wurden wir Tauchgruppen zugewiesen, je vier Gäste in einer Gruppe.

Leider war das auch schon alles interessante an der Anfahrt, ansonsten gab es nichts zu sehen. Meine Kamera bekam kein einziges Foto ab, da die Divesites über dem Wasser schlichtweg langweilig aussahen. Einzig eine kleine Färbung im Wasser deutete darauf hin, was unter der Wasseroberfläche abging. Allerdings hatte ich mir vorher bereits eine „Einmal Unterwasserkamera“ gekauft (später erfuhr ich, dass es für acht Dollar mehr auch eine gibt, bei der man den Film wechseln kann 🙁 ). Fotos folgen hier also irgendwann mal…

Ich hatte bis zu meinem Tauchgang noch ein wenig Zeit und stieg deswegen mit meiner Stingersuit (ein Ganzkörperkondom aus dünnem Latex) ins Wasser um ein wenig zu schnorcheln. Leider war das Wetter an der ersten Position extrem schlecht, weniger als fünf Meter Sichtweite und teils sehr hohe Wellen. Deswegen blieb ich nur ein paar Minuten im Wasser.

Kurz darauf ging es dann aber auch schon ans Tauchen selbst. Viel Vorbereiten brauchte ich nicht, dafür gab es zum Glück die vielen, vielen Helfer. Ich bekam meinen Gürtel mit Gewichten, setzte mich auf die Kante am Boot und bekam dort den Tank umgeschnallt. Dann eine kurze Einführung, wie was funktioniert und dann hieß es am Steg/Sprosse festhalten und ab ins Wasser.

Als ich das erste Mal meinen Kopf unter Wasser steckte, war die Reaktion pure Panik. Sofort erinnerte ich mich wieder an den Vorfall mit vier, das dunkelgrüne Wasser und meine Panik/Angst vorm Ertrinken. Ich beruhigte mich aber schnell wieder, vor allem wegen der netten Helfer die die ganze Zeit anwesend waren und sowohl über der Wasserkante als auch unter Wasser Hilfe leisteten. Nach zwei weiteren Anläufen war ich dann sicher genug und blieb unter Wasser. Nach einem kurzen Handzeichen an meinen Instructor griff dieser dann meinen Arm und gab das Abtauchen Signal.

Ich lies die letzte Sprosse los und sofort begannen wir mit dem Abstieg. Sicher geführt am Arm ging es dann einige Meter tief. Die Sicht war hier unter Wasser noch schlechter wie über Wasser, überall nur ein grau in grau. Ich redete mir dann aber immer wieder vor, dass es nur ein Pool ist und mir nichts passiert und konzentrierte mich voll auf das richtige Atmen. So verpasste ich dann auch fast die ersten Tiere im Riff selbst.

Die Sicht war zwar auch am Boden schlecht, trotzdem konnten wir einige Tiere und natürlich Korallen sehen. Wegen des Wetters kam leider nur relativ wenig Licht an den Boden, weswegen alles eher blass wirkte. Dies kann natürlich auch an dem viel zu warmen Wasser (Temperatur: 29 Grad) liegen, denn dies ist für das Riff ungesund und kann hier sogar zum Absterben von Korallen und anderen Tieren führen.

Der Tauchgang ging etwa eine halbe Stunde. Nach dem Auftauchen schaute ich dann noch einmal auf mein SPG (das zeigt den Druck im Lufttank an) und erschrak ein wenig, denn der Luftdruck war auf das letzte Drittel im roten Bereich abgefallen. Aber gut, ich war wieder sicher auf dem Boot angekommen und war erleichtert, begeistert und umheimlich stolz. Ich hatte einen Dämon meiner Vergangenheit bezwungen… und das fühlt sich verdammt geil an.

Nach dem Tauchgang war ich relativ K.O., was aber nicht weiter schlimm war, denn kurz darauf ging es direkt weiter zur zweiten Position. Diese war weiter abgeschieden von den üblichen Stellen und nur sehr wenige Taucher kamen hier her. So haben wir die erste Stelle mit vier anderen Booten geteilt, bei der zweiten waren keine anderen Gruppen anwesend.

Zudem war die Sicht hier deutlich besser – bereits von der Wasseroberfläche aus konnte man das Riff super beobachten. So kam es dann auch, dass ich die zwei Stunden auf dieser Stelle fast ausschließlich im Wasser mit Schnorcheln verbrachte. Ich sah viele verschiedene Fische und konnte unglaublich viele, verschiedene Farben sehen. Die Vielfalt an Leben hier ist kaum in Worte zu fassen – einfach unbeschreiblich.

Nach dem Schnorcheln ging es dann direkt und auf schnellstem Weg zurück nach Cairns. Auf dem Rückweg versuchte sich der 1. Maat (oder so) noch als Selbstunterhalter und gab einige Lieder (u.a. „Land Down Under) und einige Töne auf dem Didgeridoo zu Gute. Nach der Ankunft erhielten dann alle Ersttaucher noch eine Urkunde über den Tauchgang… und ein traumhafter Tag war zu Ende.

Ja… und dann… ach, das kommt morgen.

Abgeschiedenheit + Langeweile = verrückte Ideen – Jungle Surfing

Geschrieben am Dezember 11th, 2009 von André in Reise

Mein zweiter Tag in Cape Tribulation hatte zunächst eine Überraschung: Ich war von vollem Programm an beiden Tagen ausgegangen – hatte nun jedoch einen freien Tag. Zwar kann man in Cape Trib gut wandern gehen, davon abgesehen gibt es aber eben nicht viel zu erleben. Deswegen entschied ich mich am Abend vorher kurzerhand dazu noch eine weitere Aktivität zu buchen, auch wenn diese mit gut 50 Euro nicht ganz billig war. Aber einfach nur in der Sonne braten, konnte ich nicht.

Ich entschied mich also für das sogenannte „Dschungel Surfen„. Dies ist von der Fortbewegungsmethode der Aboriginees des Urwaldes abgeleitet. Diese haben sich einfach zwischen Bäumen verschiedene Leinen gespannt um dann mit einem Hacken oder ähnlichem von einem Baum zum anderen zu „surfen“. Für Touristen ist das heute noch möglich, allerdings etwas moderner.

Gebucht hatte ich eine Tour um die Mittagszeit und so wurde ich um kurz vor elf Uhr mit einem Kleinbus abgeholt. Dieser brachte mich und die anderen Surfer (insgesamt waren wir acht) ein kleines Stück in den Wald rein, zu einer kleinen Hütte. Dort bekamen wir dann unser Rüstzeug angelegt, im Prinzip ein Bergsteiger Geschirr. Baumkletterer dürften ähnliches verwenden. Dazu bekam jeder noch einen Helm, auf denen dann verschiedene Namen gekritzelt waren. So war ich „Cookie Monster“ (deutsch: Krümelmonster), andere waren „Stiflers Mom“ oder auch „Superwoman“.

Danach ging es dann ein ganzes Stück den Berg hinauf und auf eine erste, kleine Plattform. Von dort wurden wir dann einzeln auf einen ersten Baum gehieft. Diese erste (Baum-)Plattform hatte eine Höhe von 12,5 Metern. Von dort ging dann unsere erste Surftour los. In Zweiergruppen wurden wir über eine 25 Meter lange Strecke relativ langsam zur nächsten Plattform geschickt. Dies sollte vor allem zum Gewöhnen an die Höhe und die Ausrüstung dienen.

Die nächste Plattform hatte dann schon eine Höhe von 19,5 Metern. Etwas merkwürdig ist es schon, wenn man an einem Seil herunter surft und dann auf einer Plattform ankommt, die fast doppelt so hoch wie die vorherige ist. Allerdings fällt der Berghang hier stark ab, wodurch sich der Abstand zum Boden relativ krass verändert.
Der nächste Abschnitt war dann der „Ausblick„. Über 78 Meter ist diese Strecke und normalerweise geht es hier über einen kleinen Bach (in der Trockenzeit) oder einen reißenden Fluss (in der Regenzeit). Wir sahen leider nur trockenen Boden unter uns – mal wieder ein Ergebnis der viel zu lange anhaltenden Trockenzeit.

Die nächste Plattform war dann wieder etwas tiefer mit „nur“ 14,5 Metern Höhe. Dafür durften wir ab hier alleine surfen. Als kleine Schwierigkeit mussten wir bei der nächsten Teilstrecke jedoch Freihändig die 45 Meter surfen, denn diese Strecke war die erste von zwei „Thrill„-Strecken. Bei dieser ging es um Geschwindigkeit. Mit bis zu 80 km/h rast man auf den anderen Baum zu, wird jedoch kurz vorher abgefangen und schwingt dann einmal kräftig aus.

Die nächste Plattform hat dann auch nur noch 12,5 Meter und stellt den letzten Abschnitt dar. Für das letzte prickeln sorgt dann ein Überkopf-Flug. Ich hab hier allerdings nicht mehr mitgemacht, da mir die Hitze ohnehin schon auf den Kopf geschlagen hatte und ich ungern bewusstlos in den Bäumen hängen wollte. Nach den letzten 25 Metern Speedsurfen (für einige Überkopf) war der Spaß dann auch schon wieder vorbei. Für etwa ein einhalb Stunden eine gute Portion Spaß, allerdings relativ teuer. Leider gab es auch von den „Mitarbeitern“ wenig Infos über den umgebenden Urwald. Hier hätte ich mir doch noch mehr Hintergrundinfos gewünscht, vor allem da die ganze Attraktion stark auf „Öko“ setzt.

Am Abend ging es dann mit meinem neuen Mitbewohner „Daz„, einen Australier auf ständiger Reise durch die Welt, ins Kasino von Cairns. Er versucht zumindest einmal allen Kasinos in Australien zu besuchen (es fehlt jetzt nur noch eines) und ich war nur neugierig. Letztlich haben wir kein Geld dort gelassen, aber er hat mir allerhand Spiele erklärt und wir konnten uns in aller Ruhe umsehen.
Die Gelassenheit der Australier spiegelt sich auch im Kasino wieder. Kaum jemanden sieht man hier mit Anzug und Krawatte, stattdessen die meisten mit Flip-Flops, Shorts und T-Shirt. Geld wird hier trotz allem genug gelassen.

So sahen wir an einem Bakkarat Tisch eine junge Dame, die in den etwa 10 Minuten, in denen wir ihr zusahen, bereits mehr als 20.000 Dollar verloren hatte. Dabei derangierte sie jedes Mal ordentlich die Spielkarten, was eigentlich ein absolutes „No Go“ in einem Kasino ist. Wenn man jedoch derart viel Geld daläßt, lassen sich auch solche Regeln biegen.

Ansonsten war das Kasino eher klein und bot eine eher geringe Anzahl von Spielen. Poker gab es nur an zwei Tischen und dort auch nur mit stark begrenzten Regeln. So kann man sich jeder Zeit neue Chips kaufen und es gibt ein Limit, wie viel man bieten darf. Letztlich kommt es daher immer auf die beste Hand an, nicht aber auf das eigentliche „Pokerface“.

Jahrtausende alter Regenwald und viel Ruhe

Geschrieben am Dezember 10th, 2009 von André in Reise

In den vergangenen zwei Tagen war ich in „Cape Tribulation„. Das ganze klingt vom Namen her erst einmal wie ein Ferienlager oder so, dahinter verbirgt sich jedoch ein wahres Paradies für Naturfreunde. Einer der ältesten Regenwälder des Globus erstreckt sich im Nord-Osten Australiens und findet seinen Höhepunkt unter anderem in besagtem „Cape Tribulation“.

Unser Guide erzählte uns, dass ein normaler (Regen-)Wald meistens nur ein paar hundert Baumarten beherbergt, wenn überhaupt so viele verschiedene. In Cape Trib habe man dagegen bereits über 1800 verschiedene Arten identifiziert. Diese Artenvielfalt der Bäume spiegelt sich aber generell in der Vielfalt der Lebensformen dort wieder. Überall kann man verschiedenste Tiere und Pflanzen entdecken.

Ich hatte eine Tour gebucht. Wie sich heraus stellte, war dies allerdings eher ein Bustransfer mit kleinem „Guide“-Anteil und zwei Aktivitäten und zwei weiteren Fotostopps. Nicht wirklich spannend und eher enttäuschend, auch wenn die Stopps an für sich sehr interessant waren – irgendwie hatte ich, wie auch viele andere aus der Reisegruppe, deutlich mehr „Guide“ erwartet.

Der erste Stopp war noch auf dem „Captain Cook Highway„. Dieser gilt als einer der schönsten Highways Australiens, da er eine ganze Zeit lang direkt zwischen Wasserkante des Ozeans und den Bergen hin und her schlingert. Dabei hat man ständig auf der einen Seite den weiten Ozean und zur anderen die großen Bergketten. Immer wieder gibt es dann Parkbuchten für Fotostopps, da die Aussichten hier wirklich beeindruckend sind.

Später hielten wir dann noch beim „Mossman Gorge“ an, einem kleinen Gebirgsbach der an zwei Stellen bei trockenem Wetter das Baden erlaubt. Die Strömung ist relativ stark und das Wasser, wie üblich für Gebirgsbäche, eiskalt. Allerdings ist es auch sehr erfrischend und das Wasser äußerst klar. Rund um den Fluss gibt es viele verschiedene Tiere zu entdecken. Ich konnte zum Beispiel eine Schlange sehen, die sich an einem Stein entlang schlang. Etwa zwei bis zwei einhalb Meter lang, allerdings nur wenige Zentimeter dick.

Der nächste Stopp war dann unsere Mittagspause. Das „üppige Lunch“ bestand leider nur aus einem kleinen „Brötchen“ und Hänchenschenkeln. Viel enttäuschender aber war, dass nicht einmal genug da war, um alle wenigstens ansatzweise satt zu machen. Jeder konnte einmal zugreifen, dann war alles weg – „üppig“ ist leider etwas anderes.

Direkt nach dem Mittagessen ging es dann auf einen Fluss. Dieser ist relativ breit und ist ein optimales Gebiet für Flusskrokodile. Unter anderem haust hier ein Riesenkrokodil, welches vor ein paar Wochen ein Boot angriff. Ratet mal, welches Boot wir (laut unserem Guide) hatten?
Diese Schauergeschichten gehören natürlich schon dazu, irgendwie. Wir hatten aber auch sehr viel Glück und konnten genau dieses Krokodil finden. Er lag genüsslich im Uferwasser und ließ sich durch nichts stören. Kurz darauf sahen wir dann noch ein etwas kleineres Krokodil, dass sich aber nach kurzer Zeit lieber verdrückte.
Der Burner waren dann jedoch zwei Babykrokodile, die vollkommen untypisch Schnauze an Schnauze am Ufer saßen. Normalerweise haben Krokodile einen enormen Territorialinstinkt und würden sich nie so nah kommen bzw. dann direkt kämpfen – diese beiden schienen da jedoch eine Ausnahme machen zu wollen.

Die kleine Flussfahrt endete dann am Fährsteg von Cape Tribulation, wo unser Busfahrer und Guide bereits auf uns wartete. Kurz darauf machten wir noch einen letzten Halt auf einem Felsvorsprung um die Aussicht über Cape Trib zu genießen bevor uns dann unser Fahrer bei den einzelnen Hostels ablieferte. Ich hatte ein Bett in der „Ferntree Lodge“ und wie sich herraus stellte, war ich der einzige männliche Bewohner im gesamten Ferienhaus… Dieses hatte zwei Zimmer mit je 5 Betten. Ich teilte mir mein Zimmer mit drei jungen Engländerinnen und einer Waliserin mittleren Alters. Im Nachbarzimmer waren zwei junge deutsche Mädels, zwei Französinnen mittleren Alters und eine junge Irin.

Mit den Frauen mittleren Alters habe ich mich dann Abends noch gut unterhalten und wir haben zusammen im Restaurant gegessen. Anders als erwartet (und von der Agentur beschrieben) gab es nämlich keine Vollpension, nicht einmal Halbpension.
Nach dem Essen unterhielt ich mich dann noch ein paar Stunden mit der Irin, bevor ich dann vollkommen erschöpft ins Bett fiel.

Das Hostel ist übrigens sehr nett. Es gibt verschiedene Hütten, vom Hostel bis Hotel wird jeder Standard angeboten. Dazu gibt es dann auch noch zwei sehr schöne (warme) Pools und natürlich viel wildes Tierleben (hauptsächlich Geckos und Goanas). Mehr als relaxen kann man hier allerdings auch nicht machen… rund herum gibt es Natur und viel Ruhe.