Eine kommt, eine geht, einer kommt, …

Geschrieben am September 15th, 2009 von André in Leben

Gestern Abend sind gleich zei erstaunliche Dinge geschehen:

  1. Eine neue Mitbewohnerin ist eingezogen
  2. Die ganze WG (okay, nicht alle, aber fast 50%) hat gemeinsam das Apartment gereinigt

Nun, die neue Mitbewohnerin ist, leider, wieder eine junge Frau aus Frankreich. Damit bleibt der Anteil der Franzosen innerhalb der WG bei 50% (3 Frauen, 1 Mann) – aber was solls. Geraldine wird noch zwei weitere Tage bei uns das Sofa „bewachen“ bevor Sie dann in den Flieger in Richtung Heimat abhaut. Komischerweise sieht es derzeit so aus, als wenn die aktuelle Konstellation auch auf Dauer sein kann, denn keiner der aktuellen Bewohner will in den kommenden Wochen ausziehen. Ich bin gespannt.

Aber warum haben wir gestern die WG gereinigt?

Am Sonntag haben wir die grausame Nachricht erhalten – der Besitzer kommt zur „Inspection“. Das passiert nur alle Jubelmonate (-jahre?) mal, dann jedoch muss alles blitzen und es darf keinerlei Hinweise auf 8 Bewohner geben. Also werden zwei der vier Hochbetten abgebaut und kurzfristig zwischengelagert. Und dann geht es ans sauber machen – jede noch so kleine Ecke.

Heute morgen kamen noch zwei Asiaten – professionelle Saubermacher –  zur Hilfe sowie die zwei „Verwalter“ der WG. Mit gemeinsamer Kraft haben wir dann auch alles auf Vordermann gebracht und nun warten wir alle gespannt darauf, dass der Besuch kommt und die Wohnung abnimmt. Im schlimmsten Falle kann man von uns das Verlassen der Wohnung verlangen. Allerdings existiert diese WG bereits seit fast vier Jahren, von daher ist kaum mit einer derart drastischen Reaktion zu rechnen.

Was mich noch krass erstaunt hat:
Wir haben erstmals ordentlich aussortiert. Man muss sich das mal vorstellen… 8 Personen stehen vor einem Schuhregal mit gut und gern 200 Paaren und gemeinsam spricht man jedes Paar durch. Auf diese Weise wurde mehr als 50% der Schuhe aussortiert und hoffentlich auf dem Weg zum „Red Cross“ geschickt. Am Ende hatten wir einen erstaunlichen Berg an Abfall. Gut und gern 20-25 dicke Beutel mit Abfall fanden ihren Weg in den Container im Keller des Wolkenkratzers –  Foto folgt.

Soweit von mir… ganz ohne Umlaute.

Probleme, Gedanken und ne‘ neue Bleibe

Geschrieben am Juli 16th, 2009 von André in Leben

So, heute (d.h. vor etwa 3 Stunden) bin ich in meine neue Unterkunft gezogen. Das ganze ist eben das erwähnte Apartment im 53. Stock eines Wolkenkratzers in der City. Insgesamt sollen hier 8 Personen leben, 4 Frauen und 4 Männer. Eben jene zwei Männer, die ich bereits in den letzten Tagen ein wenig besser kennen gelernt habe, sind nun vorzeitig ausgezogen (Geld ist aufgebraucht & keine Arbeit gefunden), daher kenne ich nun eigentlich nur noch eine einzige Person hier, eine junge Dame.

Just in diesem Moment sitze ich jedoch Mutterseelenallein im Wohnzimmer des Apartments. Außer der Waschmaschine und dem Verkehr auf der Pitt Street hört man nichts. Und irgendwie ist mir zum ersten Mal seit der Ankunft in Sydney mulmig…

Vielleicht liegt das mulmige Gefühl aber auch an der „verlorenen“ EC-Karte. Ob Sie nun wirklich verloren gegangen ist, oder aber geklaut wurde, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Gestern Abend noch habe ich mir ein wenig Geld damit am Westpac Automaten gezogen. Leider hatte der Automat offensichtlich nicht genug Geld, ich bekam hier immer wieder die Meldung „insufficient Funds“. So muss ich am 27. noch 30 Dollar zur Miete nachzahlen.
Als ich heute Morgen dann versuchte, mit meiner Spar-Karte das restliche Geld zu ziehen, bekam ich schlichtweg die Meldung, dass mir dies verweigert wird und ich mich bitte bei meiner Bank melden soll. Na super.

Nun muss ich bis 16 Uhr Ortszeit warten, um dann das nicht gerade günstige Gespräch nach Deutschland zu führen und heraus zu finden, was hier abgeht. Eigentlich sollte es sowohl mit der EC-Karte, als auch der Spar- und Kreditkarte möglich sein, an den Westpac Automaten Geld zu ziehen. Genügend Deckung ist auf den Automaten ebenfalls vorhanden. Warum nun also diese Sperre ist für mich nicht nachvollziehbar. Es heißt also erst einmal abwarten.
Bei dieser Gelegenheit werde ich dann direkt mal meine EC Karte als vermisst melden. Wie lange wohl eine Nachsendung nach Australien dauert?

Nun, ich sagte ja bereits, dass ich mich ein wenig mulmig fühle. Woran das nun genau liegt, kann ich nicht sagen. Sicherlich ist es eine Mischung aus allem. Das erste Mal in einer „eigenen Bude“. Das „Leben im 53. Stock“. Die „verlorene“ EC-Karte. Die „Auszahlungssperre“ am Westpac Automaten. Ja, und natürlich realisiert man so langsam, dass es noch einige Tage dauern wird, bis dann irgendwann die Heimreise ansteht. So schön Sydney auch ist, so sehr muss ich mich dann auch erst einmal an die neue Situation gewöhnen.