5000 Euro ärmer… und doch glücklich!

Geschrieben am Juni 4th, 2009 von André in Vorbereitung

5000 Euro ärmer?
Na, ich fang am Besten von Vorne an…

Für ein Auslandssemester in Australien fallen Studiengebühren an. Das ist ganz normal, ist überall so. In Europa werden viele Studiengänge (eigentlich fast alle) durch ERASMUS gefördert, Studiengebühren fallen da i.d.R. nicht an. Nun gibt es für Australien soetwas leider nicht (ohne Weiteres). Zwar gibt es Stipendien, jedoch sind die Chancen hieran zu kommen eher gering. Also hieß es für mich, dass ich die Studiengebühren selbst auftreiben musste. Das war gar nicht so einfach…

Bereits vor über zwei Monaten begann ich meine Suche. Unterstützung von meiner Mutter würde ich natürlich bekommen, aber so viel Geld hat Sie natürlich nicht. Ein bisschen gesparrt hatte ich auch schon, aber auch hier musste ich noch bedenken, dass ich ein kleines Polster für den Start „Down Under“ behalten sollte. Also die paar Euros auch besser nicht anfassen.
Von Seiten meines „Vaters“ konnte ich leider nicht mit Hilfe rechnen, bei der restlichen Familie schaut es auch eher schlecht aus. Also war relativ früh klar, dass ich selbst das Geld organisieren muss – über einen Kreidt oder ähnliches.

Das positive fand ich schon früh raus:
Ich kann über die Auslands-BaFÖG Förderung einen betächtlichen Teil der Studiengebühren und Reisekosten zurück bekommen. Bis zu 1000 Euro Reisekosten (immerhin gut 3/4 der Kosten) und bis zu 4500 Euro Studiengebühren (fast 90%) (Quelle). Das ist natürlich eine feine Sache, aber leider dauert so ein Antrag, und das nicht zu knappt. Mindestens 6 Monate soll man dem Studentenwerk (Australien: Marburg) Zeit geben. Die meisten Studenten in Bachelor-Studiengängen werden diese Zeit wohl nicht haben. In meinem Fall konnte ich etwa 3-4 Monate vor meiner Abreise mit konkreteren Planungen beginnen. Nach dem Abschicken meiner Unterlagen vergingen noch einmal 3-4 Wochen bis endlich der Eingang bestätigt wurde. Nun läuft der Prozeß. Wann ich das Geld jedoch bekomme, ist unklar.
Eines war dagegen relativ früh klar:
Frühestens bekommt man die Studiengebühren mit der ersten Zahlung des Auslandsbafög.

Welcher Bürokrat auch immer sich das ausgedacht hat, gehört erschossen. Wie viele Studenten gibt es bitte, die 4500 Euro Studiengebühren benötigen und diese vorschiessen können? So ohne weiteres Hintergrundwissen würde ich mal von einer Zahl unterhalb der 10% ausgehen.
Auch ich gehöre zu den 90%. Also musste ich eine Alternative finden. Ein Gespräch mit meiner Hausbank, der Sparkasse LeerWittmund, verlief extrem ernüchternd. Der „Berater“ empfahl mir allen Ernstes einen Dispo-Kredit aufzunehmen, das wäre ja das günstigste. Die Worte muss man mal kurz auf sich wirken lassen.

Ich besuchte noch einige andere Banken, leider hörte ich häufig das selbe:
Auszahlungen von 2000-3000 Euro wären gar nicht mal das Problem, auch monatliche Auszahlungen sind kein Problem. Hier wird Studenten teilweise bis zu 30.000 Euro geliehen. Aber eine einmalige Zahlung von 5000 Euro konnte mir keine der Banken anbieten. Ich war schon am verzeifeln, als ich bei der Deutschen Bank in Bremen mit einer Beraterin speziell für Studenten zusammen kam.
Offiziell hat die Deutsche Bank auch kein solches Angebot, allerdings ist es möglich im Rahmen des normalen Studentenkredites eine einmalige Auszahlung pro Semester in Höhe von 4800 Euro zu erhalten. Der Mindestsatz pro Monat für weitere Zahlungen besteht bei 200 Euro. Nun kann man allerdings jederzeit sein „Kreditkonto“ ausgelichen, wenn man unverhofft Geld übrig hat oder den Kredit nicht braucht.

Auf diese Weise konnte ich dann schließlich doch noch das Geld auftreiben.
Vor zwei Tagen kam dann das Geld auf dem Girokonto an, ich überwies den Differenzbetrag von meinem normalem Girokonto und gab die Auslandsüberweisung in Auftrag. Für ein paar Stunden hatte ich tatsächlich 5100 Euro auf meinem Girokonto, nun sind es wieder nur 100 Euro.
Aber ich bin glücklich… denn ich habe diesen riesen Stein vom Herzen fallen hören. Er ist weg und damit eine weitere Hürde genommen. Ich weiß nun noch immer nicht, ob ich in den ersten 2-3 Monaten in Sydney Bafög erhalten werde – das ist nun noch meine letzte Sorge – aber ich bin voller Zuversicht, dass sich auch dieses Problem lösen läßt.

Und so kann ich voller Freude verkünden:
Australien: Ich komme!!!

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