Three Sisters, Blue Mountains and a little Snow

Geschrieben am September 28th, 2009 von André in Leben, Reise

Am vergangenem Wochenende habe ich mit einigen (australischen) Freunden meinen ersten, richtigen Trip ins „Outback“ gemacht. Okay, Outback stimmt noch nicht ganz, es waren nur die Blue Mountains, aber immerhin…

(der Beitrag ist länger geworden, daher erst weiter nach einem Klick)

Die Zugfahrt dorthin ist schon spannend. Im üblichen 2-stöckigem „InterCity“ geht es mit gefühlten 30km/h (echten 50?) in Richtung Berge. In Gegensatz zu Deutschland hält der IC auch weiterhin an jedem Kaff, jedem kleinem Bahnhof.. überall. Und die Dinger sind lahm und ungemütlich. Trotzdem bekommt man die zwei Stunden irgendwie rum.

Wir duften aber erst einmal eine Stunde auf dem Bahnhof warten. Warum? Weil Anni, unsere weibliche Quote, um 3 Minuten vor Abfahrt noch meinte, Sie müsse noch ihr Frühstück bei Hungry Jacks abholen. Also konnten Ronni (Schwede) und ich den Zug beim wegfahren zusehen – ohne uns.

Nach der Zwangspause ging es dann endlich los. Die Zeit im Zug verging dank herumalbern, unterhalten und noch mehr herumalbern sehr fix und die ersten „Berge“ sieht man bereits nach etwa einer Stunde. Berge… nun, die Alpen sind höher als alles, was die Australier zu bieten haben. Die „Snowy Mountains“ (Höchstes Gebirge Australiens) sind gerade einmal 2,200 Meter hoch, die „Blue Mountains“ sogar nur 1,100 Meter. Für die Australier ist das jedoch viel.

Nachdem wir den Zug in Katoomba verlasse hatten, kam der erste Schock. Es ist kalt, bitter kalt. Wenn Australier von Kälte sprechen, dann meinen Sie meistens ein nach deutschen Maßstäben laues Lüftchen. Wir sprechen hier aber tatsächlich von Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt gefühlt.
Wir waren dann auch irgendwie nicht weiter erstaunt, als es auf einmal statt Regentropfen ein paar Flocken vom Himmel gab – zum Glück blieb es bei ein paar. Trotzdem mussten wir als erstes eine Jacke für unseren Schweden besorgen, denn der hatte nur Shorts und Shirt an.

Als wir auch diese Hürde dank  K-Mart genommen hatten, ging es los. Per Fußmarsch rauf zum Wanderpfad… nach etwa 30 Minuten erreichten wir unser erstes Ziel, einen Aussichtspunkt auf die drei Schwestern. Die Aussicht über das Tal war einfach Atemberaubend. Man muss sich das mal vorstellen… da ist man in eine Stadt, geht gut 1km auswärts, tritt auf eine Niesche im Wald und sieht dann eine schier unendliche Weite vor sich, nur Wälder und ein paar Hügel. Ansonsten nichts weiter als Natur… Unglaublich.
Nachdem wir diese Ansicht verdaut hatten, haben wir direkt einen dort gerade anwesenden Führer gefragt, wo denn die eigentlichen Wanderpfade wären. Dieser junge Spunt (ca. 65 Jahre) ist seit seiner Kindheit Führer durch die Wildnis und erzählte uns nicht nur, wo wir die Pfade finden, sondern auch direkt wie er als Kind immer erneut versuchte neue Zeitrekorde aufzustellen, wie er die verschiedenen Wege meisterte, u.s.w.

Nach diesen Anekdoten und einer kleinen Fotosession ging es dann also los zu den eigentlichen Wanderwegen. Diese haben wir dann auch schnell gefunden und machten uns auf zu den Katoomba Falls. Die Wanderwege waren überraschend gut ausgebaut, obwohl diese als „Hart“ gekennzeichnet waren. Fast immer gab es klein Holzstufen und an den Seiten Zäune oder Begrenzungen, damit man nicht in die Schlucht fällt. So kam man dann auch relativ schnell voran –  aufpassen war trotzdem angesagt, denn auch mit den Stufen konnte man schnell mal stolpern. Nach etwa zwei Stunden kamen wir dann endlich an… und wir waren, allesamt, sprachlos.

Vor uns erstreckte sich eine etwa 100 bis 200 Meter hohe Felswand, die allerdings durch den Wasserfall vollkommen durchnäßt und von Pflanzen überwachsen ist. Vo Wind durch die Luft getragenes Wasser saß überall, inklusive auf und in unseren Klamotten… und zur gegenüberliegenden Seite des Wasserfalls gab es erneut eine atemberaubende Sicht auf das Tal. Eigentlich darf man den Bereich zwischen Schlucht und Wasserfall nicht betreten, da dieser rutschig sein kann und somit auch gefährlich (wer will schon die restlichen 500-1000 Meter runter fallen?) ist, aber uns hat dann doch die Abenteuerlust gefasst und wir kletterten über die Abgrenzung. Die Ansicht war genial und wir machten unsere zweite Fotosession des Tages.

Auf dem Rückweg haben wir dann noch häufiger den Wanderweg verlassen und immer wieder kurz in die „Wildnis“ geschaut. So haben wir dann auch immer wieder das eine oder andere, interessante Fleckchen entdeckt.

Gegen 3 Uhr entschlossen wir uns dann dazu, uns auf den Heimweg zu machen. Relativ pünklich bekamen wir unseren Zug und waren dann erneut 2,5 Stunden später wieder zu Hause, in Sydney. Definitiv ein Erlebnisreicher Tag… aber auch definitiv viel zu kurz. Das Ticket in die Mountains und zurück kostet jedoch nur 17AUD (ca. 10 Euro) und wird mich daher sicher noch einmal zurück bringen. Auf der Zugfahrt empfahl mir einer der Mitreisenden den „Grand Canyon“ bei Wentworth Falls zu besuchen… ist nun auf meiner Todo-Liste.

Achja… eine Erkältung habe ich nun auch wieder. Aber das war es wert.

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